Handreichung zu Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit
3. Januar 2020
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Werbekampagne „Stadtteilfriedhöfe Dresden“

 
Werbekampagne "Stadtteilefriedhöfe Dresden"

Beim ersten Meeting mit meiner neuen Kundin saß ich wahrscheinlich die ganze Zeit mit hochgezogenen Augenbrauen da und sagte sowas wie "Ach?" und "Echt?". Denn nie hätte ich gedacht, dass es notwendig ist, Friedhöfe zu bewerben und dass es so etwas wie "zu viel ungenutzten Platz" gibt, wenn es um Sterbefälle gibt. Aber klar – wenn man etwas genauer darüber nachdenkt, macht es schon Sinn: Alternative Bestattungsmethoden wie Seebestatungen und Friedwälder erfreuen sich immer höherer Beliebtheit – verständlich.

Wer allerdings schon mal in seiner Mittagspause oder am Sonntagnachmittag einen Spaziergang durch einen der Stadtteilefriedhöfe (welche nah und lokal verortet sind!) unternommen hat, wird sich überraschend wohl fühlen und merken, wie die Seele zur Ruhe kommt, das Auge vor lauter schöner Natur wieder mal vielfältigeren Reizen ausgesetzt wird, als im gewöhnlichen Stadtdschungel.

Die Konzeption für die Kampagne hat einige Zeit in Anspruch genommen – schließlich will man auffallen, ohne jemandem auf den Schlips zu treten. Oder schlimmer noch – wunde Punkte aufreißen. Sollte es anfangs einfach wie eine gewöhnliche Wohnungsannounce gestaltet werden, zeichnete sich bald ab, dass zwar die Idee nett, aber die Umsetzung deutlich krachiger werden musste.

Das Ergebnis: farbenfrohe Motive mit einem Augenzwinkern, die dem Friedhof das sonst oft gruselige oder triste Image streitig machen. Die 3 Slogan unterstreichen die Aussage zusätzlich, damit es auch dem letzten klar wird: Die Stadtteilfriedhöfe sind einen Besuch wert – in der Mittagspause, oder auch langfristig "nach dem letzten Umzug".


Kunde:

Verband der Annenfriedhöfe Dresden

Datum:

Herbst 2019

Aufgabe:

Konzept | Illustration | Printdesign

 

Kunde:

Verband der Annenfriedhöfe Dresden

Datum:

Herbst 2019

Aufgabe:

Konzept | Illustration | Printdesign

 
 
Dienstagmorgen, noch gar nicht richtig im Tag angekommen – erstmal Kaffe kochen. Emails checken. Ganz gemütlich. Und dann – BÄMM! – lese ich die Email, in der alle Presseveröffentlichungen zur Kampagne gesammelt sind. Ganz ehrlich – es war das erste (und sicher auch für alle Zeiten das letzte) Mal, dass ich meine Beine in die Hand genommen habe und zum Kiosk gerannt bin, um eine Morgenpost zu kaufen.

Es haben so so viele darüber berichtet, dass ich aus allen Wolken gefallen bin: